Die Namensgeberin

Auguste von Cordier wurde am 20. Februar 1813 in Frankfurt geboren. Inmitten eines aristokratisch-protestantischen Milieus, in dem ihre Eltern lebten, empfing das Kind eine gediegene katholische Erziehung. Ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Ausbildung war die eines jungen Mädchens im 19. Jahrhundert, dessen Eltern in begüterten Verhältnissen lebten. Nach dem Elementarunterricht weilte sie vom 16. bis 19. Lebensjahr in einem vornehmen Internat in Mannheim. Ihre mehr als durchschnittliche Begabung durfte sie in dem bekannten Düsseldorfer Malerkreis von Deger, Ittenbach, Overbeck u.a. entwickeln. Als Kind ihrer Zeit und ihrer Familie fühlte sie sich selbstverständlich angezogen von Gedankengut und Lebensgefühl der Romantik. Ohne einen Beruf auszuüben, lebte sie bei ihrer Mutter. Einige Heiratsangebote schlug sie aus, weil sie keine Klarheit gewinnen konnte für ihren weiteren Lebensweg. Auguste empfand eine zunächst unbestimmte Neigung, für Gott und den Nächsten zu leben.

Durch eine der ersten Patientinnen im Krankenhaus auf Nonnenwerth, eine junge Ursuline aus Dorsten, kam Auguste in Berührung mit dem Orden, der ihr Leben entscheidend beeinflussen sollte. Sie erfuhr von der bedrängten Lage in Dorsten, dem Mangel an Lehrerinnen. Die junge Frau fühlte sich durchaus nicht angesprochen von dem Gedanken, Unterricht zu erteilen und sich mit Erziehungsaufgaben zu befassen. Zudem war sie darauf durch eine Ausbildung nicht vorbereitet. Nach langem Zögern fuhr sie aber 1847 doch nach Dorsten und arbeitete in der Schule der Ursulinen als Lehrerin. Zu ihrem großen Erstaunen entsprach die übernommene Arbeit in geradezu vollkommener Weise ihrer Begabung. Darüber hinaus lernt sie in Dorsten das Leben einer geistlichen Gemeinschaft kennen.

1850

Zwei Ursulinen aus Würzburg kommen auf Bitten Auguste von Cordiers nach Nonnenwerth, um ein Ursulinenkloster auf der Insel zu gründen und ein Pensionat für Mädchen mit aufzubauen. Auguste von Cordier unterstellt sich ihrer Leitung und will Ursuline werden. Bei der Aufnahme in das Noviziat erhält sie den Namen Angela.

1851

Behutsam, aber entschlossen löst Schwester Angela von Cordier die Verbindung mit den Ursulinen als sie erkennt, dass deren Erziehungsweise und Art des Klosterlebens nicht dem entsprechen, was sie als Forderung der Zeit ansieht.

Angela von Cordier lernt den Franziskaner Pater Xaverius Kaufmann (1824-1888) kennen. Er gründet 1851 in Königswinter ein kleines Franziskanerinnenkloster, in das auch einige gute Bekannte Mutter Angelas eingetreten waren. Ein Gespräch mit Pater Xaverius hat zum Ergebnis, dass die Kommunität von Königswinter nach Nonnenwerth übersiedelte. Gemeinsam nahmen die Frauen die Regel des Regulierten Dritten Ordens des hl. Franziskus an - unter Mutter Angela als Oberin und Pater Xaverius als Spiritual.

1852

Pater Xaverius erfährt in Rom von der neuen niederländischen Genossenschaft der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe in Heythuysen.

12.7.1852

Die preußische Regierung erteilt die Erlaubnis zu Errichtung einer weiblichen Unterrichts- und Erziehungsanstalt auf Nonnenwerth.

März 1853

Mutter Angela von Cordier reist nach Heythuysen und trifft dort die bejahrte Stifterin unserer Genossenschaft Mutter Magdalena Damen.

November 1853

Im Kloster der Franziskaner in Warendorf beraten P. Xaverius und Mutter Angela mit der Generaloberin der Genossenschaft, Mutter Bernardine Mensinck, und der Oberin des Klosters zum Heiligen Kreuz in Freckenhorst, Mutter Coelestine Bollen, die Inkorporation von Kloster und Konvent auf Nonnenwerth in die Kongregation der Schwestern von der Buße und der christlichen Liebe aus dem Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus in Heythuysen / NL.

7.4.1854

Die ersten Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus in den Niederlanden kommen nach Nonnenwerth. Mutter Angela trägt bereits den franziskanischen Habit und beginnt das Noviziat. Sie bleibt Oberin des Klosters und Leiterin des Pensionates.

8.8.1854

Das Kloster St. Clemens auf Nonnenwerth wird feierlich in die Kongregation der Franziskanerinnen von Heythuysen eingegliedert. Der kleine Konvent vergrößert sich schnell, Schule und Internat entfalten sich unter der Leitung Mutter Angelas.

Mai 1855

Mutter Angela und die Generaloberin Mutter Bernardine kaufen Insel und Kloster von der bisherigen Besitzerin Anna von Proff für die Kongregation.

19.3.1864

Mutter Angela von Cordier verstirbt - erst 51 Jahre alt - auf Nonnenwerth und wird auf dem Inselfriedhof bestattet.